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Rückblick Praxissemniar „Fang von Greifvögeln und Eulen“ 2010 in Mühlhausen/ Thüringen
Das Schullandheim Waldschlösschen bei Mühlhausen war auch 2010 wieder Ausgangspunkt für zwei erlebnisreiche Proring - Seminar - Wochenenden.
Die Voraussetzungen Anfang Januar waren jedoch mehr als schlecht. Neben dem Mangel an Greifvögeln und Eulen, stellte das Wetter die Teilnehmer vor zusätzliche Herausforderungen.
Der erste Termin vom 08. 10. Januar konnte deshalb auch nur von wenigen Hartgesottenen aus der näheren Umgebung wahrgenommen werden. Bei eisigen Temperaturen und stürmischem
Schneetreiben wurden dennoch drei Mäusebussarde und ein Waldkauz überlistet. Viele Bussarde hatten die Feldflur geräumt und ihr Jagdglück im Wald versucht. Dies machte
ihren Fang nicht leichter.
Offensichtlich waren unter den reichlich Samen produzierenden Rotbuchen, Hainbuchen, Eschen und Fichten so viele Mäuse zu finden, das ein großer Teil der Greife trotz hoher und
lang anhaltender Schneelage in bester Verfassung war. Entsprechend gelangweilt wurden unsere ausgeklügelten Fangversuche von den Vögeln verfolgt und ignoriert.
Turmfalken hatten das Thüringer Becken offensichtlich rechtzeitig vor Winterbeginn geräumt.
Die mangelhaften Ergebnisse veranlassten uns, das Seminar einen halben Tag früher zu beenden.
Wir wollten jedoch wenigstens einem Teil der Interessenten einen Ausweichtermin ermöglichen. So trafen sich vom 26. bis 28.02.2010 nochmals neun Ornithologen.
Inzwischen hatte der Winter an Kraft verloren, weite Teile der Landschaft waren schneefrei. Die Befahrbarkeit der Wege stellte aber trotzdem an Fänger und Gäste besondere
Anforderungen. Nasse Schneereste und Schlamm verhinderten einige Fangchancen. Die drei Teams konnten am Ende aber auf ein den Umständen entsprechendes, akzeptables Ergebnis verweisen.
Der Sonntag wartete mit Sonnenschein und frühlingshafter Wärme auf. Beobachtungen des Vogelzuges standen in der kurzen Zeit bis Mittag im Vordergrund: Rotmilane, Kornweihen,
Kiebitze, Feldlerchen, Ammern und Kraniche durchquerten dutzendweise das Thüringer Becken. Zum Fangen blieb wenig Zeit, dennoch konnte ein weiterer Mäusebussard beringt werden.
Insgesamt gingen fünf Mäusebussarde, zwei Turmfalken und ein Raubwürger ins Netz. Zusätzlich konnte ein am 21.12.2008 im 2. Kalenderjahr beringtes Turmfalken
Männchens als Verkehrsopfer nur 1,5km südöstlich vom Beringungsort entfernt gefunden werden, wohl einer der wenigen Überwinterer.
Bei der abendlichen Fotoschau wurden Alters- und Geschlechtsmerkmale detailliert besprochen. Je nach Alter der Teilnehmer flossen mehr oder weniger eigene Erfahrungen ein und wohl
niemand blieb ohne neue Anregungen.
Mehrere Vorträge zu Fangmethoden und Arbeitsgebieten rundeten die Veranstaltung ab.
Eine Waldohreule balzte währenddessen intensiv über dem Gelände der Herberge. Sie ließ sich aber nicht in eines unserer Fanggeräte locken, ganz im Gegensatz zur
Haus- und Hofkatze, die sich reichlich verdutzt im Fangkorb wiederfand.
Die Unterbringung im Schullandheim war preiswert und durch die zentrale Lage recht zweckmäßig.

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Rückblick 3. Seminar "Beringung und Wiederfunde"
In Osterode am Harz fand am Wochenende 12./13.09. 2009 das Seminar „Beringung und Wiederfunde“ statt.
Nach 2005 und 2007 hatte ProRing e. V. bereits zum dritten Mal zu dieser Veranstaltungsreihe in das Jugendgästehaus Osterode eingeladen. Der Einladung folgten 55 Mitglieder
und Gäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die nach der Eröffnung durch die Vorsitzende des Vereins, Dr. Susanne Homma, auch sehr herzlich vom Vorsitzenden
der Niedersächsischen Ornithologischen Vereinigung - Herwig Zang - begrüßt wurden.
Wie auch in den Jahren zuvor, bot das zweitägige Seminar sowohl für „erfahrene“ Beringerfreunde als auch für „Neueinsteiger“ Interessantes und Wissenswertes
rund um die wissenschaftliche Vogelberingung.
Insgesamt 15 Referenten zeigten mit ihren Vorträgen an beiden Tagen u. a. verschiedenen Möglichkeiten, erhobene Daten zu bewerten, auszuwerten und die erzielten Ergebnisse zu publizieren;
wobei auch die Fragen: „Veröffentlichen oder nicht?“ und „Wann erscheint das letzte Buch“ in Einzelvorträgen angesprochen wurden.
Vorträge zu statistische Methoden der Auswertung und ihre Anwendung z B. beim IMS lösten bei den anwesenden Fachleuten rege Diskussionen aus.
Wichtig und interessant auch die Beiträge zu den rechtlichen Grundlagen, zu den gesundheitlichen Aspekten und zur Bedeutung des Körperbaus der Vögel bei der Vogelberingung.
Der Tradition folgend, wurden am Sonntagvormittag mehrere verschiedene Gesprächsgruppen zusammengestellt, die unter fachkundiger Leitung Themen wie Excel und Statistik, IMS bzw. Fragen
und Probleme bei der Anwendung der Erfassungsprogramme RING und BERIHIDD konstruktiv diskutiert haben.
Gedankt sei für die Wissensvermittlung an dieser Stelle den Referenten Dr. Klaus-Dieter Feige, Dr. Rolf Hennes, Dr. Jochen Dierschke, Ambros Aichhorn, Dr. Helmut Kruckenberg, Heiner Flinks,
Dr. Bert Meister, Dr. Marie-Luise Hubert, Dr. Volker Salewski, Dr. Ulrich Köppen, Olaf Geiter, Dr. Wolfgang Fiedler, Dr. Stefan Bosch, Prof. Dr. Hans-Heiner Bergmann und Dr. Johann Hegelbach.
Letztere hat mit seinem Abendvortrag am Samstag wieder einmal deutlich gemacht, dass wissenschaftliche Ergebnisse der Vogelberingung Kontinuität, Engagement und Einsatzbereitschaft der
(meist ehrenamtlich tätigen) Beringer erfordern.
Alles in allem - wieder eine gelungene Veranstaltung. Das zeigten nicht nur die interessanten Pausengespräche, auch die Tatsache, dass mehrere neue ProRing-Mitglieder zukünftig den Verein
verstärken werden, spricht dafür. Deshalb auch hier ein Dankeschön an den ProRing-Vorstand und im Besonderen an Dr. Susanne Homma, in deren Händen die Organisation lag und die mit
straffer Hand die Veranstaltung geleitet hat.
Bleibt zu hoffen, dass auch im Jahr 2011 die Seminarreihe zur wissenschaftlichen Vogelberingung Fortführung findet. Für die Vorbereitung wünschen wir dem Team um Dr. Susanne Homma
gute Ideen und viel Erfolg.
Im Anschluss an das 3. Seminar Beringung und Wiederfunde fand in den Räumen des Jugendgästehauses noch die jährliche Mitgliederversammlung des Vereins ProRing statt.
Dieter & Regina Kronbach
Das ausführliche Programm finden Sie hier: weiter... (PDF-Datei).

Gruppenfoto vom Seminar in Osterode 2009
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Rückblick ProRing-Seminar "Auswertung von Beringungs- und Wiederfunddaten" am 15.-16.9.07 in Osterode
Fast 60 interessierte Beringer und andere Ornithologen fanden den Weg zum zweiten ProRing-Seminar in Osterode am
Harz. Ziel der Veranstaltung war es, den Beringern praktische Hilfestellung bei der Auswertung ihrer Daten zu geben, denn viel zu viele
wertvolle Ergebnisse existieren nur in den Köpfen, Tagebüchern oder Dateien der Beringer, ohne den Weg an die Öffentlichkeit zu finden.
Niveauvolle Vorträge durch zahlreiche bekannte Referenten sollten Mut machen, mit diesen Daten zu arbeiten und sie bekannt zu machen.
Welcher Aufwand schon bei der Prüfung umfangreicher Beringungdaten notwendig ist, aber auch welche Datenschätze dann gehoben werden können,
machte Thomas Heinicke am Beispiel seiner umfangreichen Wasservogel-Ringfundauswertung deutlich. Andi Lischke präsentierte eine neue Methode
zur Unterarten-Bestimmung von Blaukehlchen anhand der Schnabelmaße und machte damit deutlich, wie Aufmerksamkeit bei der Beringung und
systematische Messung und Auswertung zum Erfolg führen können. Am Beispiel von Schleiereulen-Rückmeldungen aus dem Harzvorland zeigte
Herwig Zang die Schritte von einem "Anfangsverdacht" (der Harz bildet für Schleiereulen eine Dismigrationsbarriere) über eine sinnvolle
Datenauswertung bis hin zur Publikation. Hendrik Trapp führte Beispiele gezielter Datensammlung (Ringablesung) vor, und Olaf Geiter wies
auf den Datenschatz in den Beringungszentralen hin, der für viele Auswertungen genutzt werden kann. Für die Vogelwarte Helgoland erläuterte
er Aufbau, Inhalt und Nutzungsmodalitäten der Datenbank.
In einem Statistikblock zeigte Marie-Luise Hubert, wie man einfache statistische Tests mit excel durchführen kann. Klaus-Dieter Feige erläuterte
den Sinn und die Möglichkeiten mathematischer Modelle für ornithologische Fragestellungen. Hilfreiche Tipps für die Literaturrecherche per
Internet gab Tim Coppack, und Norbert Schäffer berichtete anhand vieler Beispiele, wie die englische Naturschutzorganisation RSPB ihre
Vogelschutzprojekte auf der Grundlage von Beringungsergebnissen betreibt und wie Beringung in Großbritannien auch für die Umweltbildung
eingesetzt wird.
Aufgrund seiner Erfahrungen im Graureiher-Projekt von ProRing konnte Andreas Goedecke berichten, wie man "einen Sack Flöhe hütet", das heißt,
vor welche Herausforderungen der Koordinator eines breit angelegten Beringungsprogrammes gestellt ist. Wie Datenauswertungen im günstigsten
Fall laufen können, zeigte Ernst Kniprath, der in verdienstvoller Arbeit umfangreiche ältere Schleiereulen-Beringungen eines anderen Beringers
bearbeitete.
Nach einem inhaltreichen, aber auch anstrengenden Vortragstag begeisterte Hans-Ulrich Peter nach dem Abendbrot mit phantastischen Fotos und
Berichten über Vogelbringung in der Antarktis und konnte unter anderem Funde südlicher Skuas aus dem Nordatlantik präsentieren. Der Rest des
Abends war dem Erfahrungsaustausch im persönlichen Gespräch gewidmet.
Der Sonntag begann mit einem Vortrag von Wolfgang Fiedler über die Methoden, mit denen morphologische Maße am gefangenen Vogel genommen werden
sollten. Volker Salewski zeigte anschließend an Mettnau-Daten, dass individuelle Unterschiede der Beringer bei der Messung keine relevanten
Auswirkungen auf die Auswertbarkeit der Daten hatten.
In kleineren Gesprächsgruppen über Beringungsprogramme, Statistik und das Handwerk des Publizierens bestand anschließend die Möglichkeit, die
Vortragsinhalte gemeinsam mit den Fachleuten zu vertiefen. Den Abschlussvortrag über das Publizieren hielt Einhard Bezzel, der deutlich machte,
wie sich Publikationen in das gesellschaftliche Umfeld einfügen, mit welchen Zielen Veröffentlichungen geschrieben werden können und welche
Wirkung sie entfalten. Viele Beringer blieben anschließend noch zur jährlichen ProRing-Mitgliederversammlung.
Die Teilnehmer haben nicht nur zwei sehr interessante Tage im Kreis Gleichgesinnter erlebt, sondern eine Fülle von Ideen und praktischen
Anregungen mit nach Hause genommen. Bleibt zu hoffen, dass sich dies in zusätzlichen schönen Veröffentlichungen von Beringungsergebnissen
niederschlägt.
Wolfgang Mädlow

Gruppenfoto vom Seminar in Osterode 2007
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Das Seminar „Auswertung von Beringungs- und Wiederfunddaten“ am 17./18.9.2005 in Osterode am Harz – ein kurzer
Bericht
Um es gleich vorweg zu sagen: Die Bezeichnung Seminar für die in Osterode abgehaltene Veranstaltung
spricht zwar für die Bescheidenheit der Organisatoren, sie beschreibt aber bei weitem nicht ausreichend, was dort tatsächlich
stattfand: Es handelte sich um eine ausgewachsene ornithologische Fachtagung, die den 73 Teilnehmern (aus fast allen deutschen
Bundesländern, Österreich und der Schweiz) in einem über eineinhalb Tage verteilten Vortragsprogramm durchweg Hochinteressantes
zum Thema Beringungsmethode bot, und zwar in einem umfassenderen Sinne als es das Motto der Veranstaltung implizierte. Dass nämlich
der Erkenntnisgewinn aus Beringungs- und Wiederfunddaten sehr wesentlich davon abhängt, wie und nach welchen Kriterien die Daten
ursprünglich erhoben und wie sie verwaltet werden, war schon im Einführungsvortrag von S. Kästner zu hören. Diese These zog sich
dann auch durch die Vorträge zu mathematisch-statistischen Methoden (K.-D. Feige, Rostock), zu Grundsätzen effektiver Datenverwaltung
(O. Geiter, Kavelstorf), zur Erhebung biometrischer Daten (H. Dorsch, Rohrbach) und zur Repräsentativität von Daten (J. von Rönn,
Kiel). Nach einer sehr dringenden Warnung vor unkritischem Umgang mit den Daten (U. Köppen, Greifswald) wurde sehr überzeugend
dargestellt, welche frappierenden Forschungsergebnisse die Beringungsmethode bei sorgfältiger und langfristiger Anwendung an
Höhlenbrütern erbringen kann (W. Winkel, Cremlingen), wie Beringungsergebnisse brutbiologische Forschungsansätze unterstützen
können (S. Fischer, Steckby) und was zu beachten ist, wenn Wiederfundverteilungen in Raum und Zeit richtig interpretiert werden
sollen (K. George, Badeborn). Nach einem sehr anregenden ersten Seminartag konnte selbst das eindrucksvolle „große kalt-warme
Buffet“ am Abend die Diskussionslust der Teilnehmer kaum mindern. Ungeteilte Aufmerksamkeit fand dann aber doch auch der Abendvortrag
von Dr. Volker Salewski, der mit gleichermaßen faszinierenden Bildern wie Erkenntnissen über die Phänologie von Transsaharaziehern
in Mauretanien aufwartete.
Bevor am Sonntag die Arbeit in acht zwanglosen Gesprächsgruppen mit verschiedenen Schwerpunkten (u.a. „Statistik, Mathematik,
Datenbanken“, „Überlebensraten“, „Brutbiologie“, „Raum-Zeit-Analyse“, „Biometrie“) fortgesetzt wurde, waren Vorträge zur Schätzung
von Überlebensraten (M. Schaub, Sempach, CH) und zur Visualisierung von Daten mittels GIS (B. Wuntke, Schenkenberg) zu hören.
Zu Methoden also, deren Anwendung der ausrichtende Verein ProRing e.V. u.a. auch popularisieren möchte. Über die Aktivitäten der
Beringergruppe im österreichischen Ringelsdorf berichtete dann T. Zuna-Kratky. Der Kreis der fachlich bestens ausgewiesenen
Referenten wurde schließlich von Professor M. Stubbe (Halle/S.) geschlossen, der sehr eindrücklich und praxisnah über die
Darstellung und die Anforderungen an eine wissenschaftlich seriöse Publikation von Beringungsergebnissen sprach.
Wer schon einmal mit der Ausrichtung einer derartigen Veranstaltung befasst war, wird ermessen können, welche umfängliche Arbeit
geleistet werden musste, damit zum Termin jeder Teilnehmer sein Quartier beziehen konnte, seinen Platz im Vortragssaal nebst einer
wohlausgestatteten Tagungsmappe vorfand, die Präsentationstechnik funktionierte, die Getränkeversorgung klappte und, und, und...
Ohne das monatelange intensive Engagement von Dr. Susanne Homma, der Vorsitzenden von ProRing e.V., hätte all das nicht so
hervorragend funktioniert, wie es dann der Fall war. Zur Zufriedenheit aller Teilnehmer! ProRing e.V. hat mit dem „Seminar“ im
September 2005 sehr erfolgreich mit der Umsetzung eines zentralen Anliegens seiner Vereinsarbeit begonnen und wird das, ungeachtet
der damit einhergehenden großen Belastungen der ehrenamtlichen Organisatoren, mit der Abhaltung solcher Veranstaltungen im
zweijährigen Rhythmus fortsetzen. Die Osteroder Vorträge sollen möglichst bald in geeigneter Form publiziert werden.

Teilnehmer des Seminars Auswertung von Beringungs und Wiederfunddaten in Osterode im September 2005
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| letzte Änderung: 3/29/2010 |
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