ProRing
Verein der Freunde und
Förderer der wissenschaftlichen
Vogelberingung e.V.


Seminare

Beringerseminar
 


3. Seminar "Beringung und Wiederfunde" am 12./13.9.2009 in Osterode/ Harz

zum dritten Mal in Folge, mit gekürzten Namen aber in gewohnter Qualität wird das "große" Seminar von ProRing auch 2009 wieder im September in Osterode stattfinden.
Wir konnten schon viele gute Referenten gewinnen.
Ab sofort werden Anmeldungen entgegengenommen.
Die Anreise zum Seminar kann bereits am Freitag erfolgen, günstige Zimmer für die Übernachtung stehen im Veranstaltungshaus zur Verfügung. Es sind Vorträge zur Auswertung von Beringungs- und Wiederfunddaten geplant, zur rechtlichen Seite der Beringung, zu Gesundheitsaspekten von Mensch und Tier, zu statistischen Methoden und Möglichkeiten, zur Darstellung von Ergebnissen, zur Datenerhebung und Vielem mehr, und es werden Beispiele erfolgreicher Auswertungen dargestellt.
Am Samstagabend gibt es einen bilderreichen Vortrag, ein großes Büffet und das gemütliche Beisammensein.
Für Sonntag sind neben weiteren Vorträgen wieder Gesprächsgruppen zu verschiedenen Themen unter fachkundiger Leitung vorgesehen. Und natürlich gibt es wieder großzügige Kaffeepausen, die Raum für Diskussionen und interessante Gespräche bieten.
Einige Beiträge des letzten Seminars finden Sie in dem aktuellen Band der "Berichte". Die Seminarteilnahme ist auch 2009 für ProRing-Mitglieder kostenfrei.
Im Anschluß an das Seminar findet die ProRing-Mitgliederversammlung 2009 statt.
Informationen zur Anmeldung und zum vorläufigen Programm finden Sie hier: weiter... (PDF-Datei).

Das ausführliche Programm finden Sie hier: weiter... (PDF-Datei).

Für weitere Fragen und Anregungen steht Ihnen Susanne Homma zur Verfügung.



Rückblick ProRing-Seminar "Auswertung von Beringungs- und Wiederfunddaten" am 15.-16.9.07 in Osterode

Fast 60 interessierte Beringer und andere Ornithologen fanden den Weg zum zweiten ProRing-Seminar in Osterode am Harz. Ziel der Veranstaltung war es, den Beringern praktische Hilfestellung bei der Auswertung ihrer Daten zu geben, denn viel zu viele wertvolle Ergebnisse existieren nur in den Köpfen, Tagebüchern oder Dateien der Beringer, ohne den Weg an die Öffentlichkeit zu finden. Niveauvolle Vorträge durch zahlreiche bekannte Referenten sollten Mut machen, mit diesen Daten zu arbeiten und sie bekannt zu machen.

Welcher Aufwand schon bei der Prüfung umfangreicher Beringungdaten notwendig ist, aber auch welche Datenschätze dann gehoben werden können, machte Thomas Heinicke am Beispiel seiner umfangreichen Wasservogel-Ringfundauswertung deutlich. Andi Lischke präsentierte eine neue Methode zur Unterarten-Bestimmung von Blaukehlchen anhand der Schnabelmaße und machte damit deutlich, wie Aufmerksamkeit bei der Beringung und systematische Messung und Auswertung zum Erfolg führen können. Am Beispiel von Schleiereulen-Rückmeldungen aus dem Harzvorland zeigte Herwig Zang die Schritte von einem "Anfangsverdacht" (der Harz bildet für Schleiereulen eine Dismigrationsbarriere) über eine sinnvolle Datenauswertung bis hin zur Publikation. Hendrik Trapp führte Beispiele gezielter Datensammlung (Ringablesung) vor, und Olaf Geiter wies auf den Datenschatz in den Beringungszentralen hin, der für viele Auswertungen genutzt werden kann. Für die Vogelwarte Helgoland erläuterte er Aufbau, Inhalt und Nutzungsmodalitäten der Datenbank.
In einem Statistikblock zeigte Marie-Luise Hubert, wie man einfache statistische Tests mit excel durchführen kann. Klaus-Dieter Feige erläuterte den Sinn und die Möglichkeiten mathematischer Modelle für ornithologische Fragestellungen. Hilfreiche Tipps für die Literaturrecherche per Internet gab Tim Coppack, und Norbert Schäffer berichtete anhand vieler Beispiele, wie die englische Naturschutzorganisation RSPB ihre Vogelschutzprojekte auf der Grundlage von Beringungsergebnissen betreibt und wie Beringung in Großbritannien auch für die Umweltbildung eingesetzt wird.
Aufgrund seiner Erfahrungen im Graureiher-Projekt von ProRing konnte Andreas Goedecke berichten, wie man "einen Sack Flöhe hütet", das heißt, vor welche Herausforderungen der Koordinator eines breit angelegten Beringungsprogrammes gestellt ist. Wie Datenauswertungen im günstigsten Fall laufen können, zeigte Ernst Kniprath, der in verdienstvoller Arbeit umfangreiche ältere Schleiereulen-Beringungen eines anderen Beringers bearbeitete.
Nach einem inhaltreichen, aber auch anstrengenden Vortragstag begeisterte Hans-Ulrich Peter nach dem Abendbrot mit phantastischen Fotos und Berichten über Vogelbringung in der Antarktis und konnte unter anderem Funde südlicher Skuas aus dem Nordatlantik präsentieren. Der Rest des Abends war dem Erfahrungsaustausch im persönlichen Gespräch gewidmet.

Der Sonntag begann mit einem Vortrag von Wolfgang Fiedler über die Methoden, mit denen morphologische Maße am gefangenen Vogel genommen werden sollten. Volker Salewski zeigte anschließend an Mettnau-Daten, dass individuelle Unterschiede der Beringer bei der Messung keine relevanten Auswirkungen auf die Auswertbarkeit der Daten hatten.
In kleineren Gesprächsgruppen über Beringungsprogramme, Statistik und das Handwerk des Publizierens bestand anschließend die Möglichkeit, die Vortragsinhalte gemeinsam mit den Fachleuten zu vertiefen. Den Abschlussvortrag über das Publizieren hielt Einhard Bezzel, der deutlich machte, wie sich Publikationen in das gesellschaftliche Umfeld einfügen, mit welchen Zielen Veröffentlichungen geschrieben werden können und welche Wirkung sie entfalten. Viele Beringer blieben anschließend noch zur jährlichen ProRing-Mitgliederversammlung.
Die Teilnehmer haben nicht nur zwei sehr interessante Tage im Kreis Gleichgesinnter erlebt, sondern eine Fülle von Ideen und praktischen Anregungen mit nach Hause genommen. Bleibt zu hoffen, dass sich dies in zusätzlichen schönen Veröffentlichungen von Beringungsergebnissen niederschlägt.

Wolfgang Mädlow

Gruppenfoto vom Seminar in Osterode



Update zum 2. Seminar "Auswertung von Beringungs- und Wiederfunddaten" am 15./16.9.2007 in Osterode/ Harz

Das aktualisierte Programm und Kurzfassungen der Vorträge finden Sie hier: weiter... (PDF-Datei). Für weitere Fragen und Anregungen steht Ihnen Susanne Homma zur Verfügung.



2. Seminar "Auswertung von Beringungs- und Wiederfunddaten" am 15./16.9.2007 in Osterode/ Harz

Aufgrund der guten Resonanz dieses Seminars von 2005 werden wir in diesem Jahr eine Neuauflage starten, allerdings mit neuen Themen und z.T. neuen Referenten. Auf jeden Fall wird wieder viel Interessantes zum Thema geboten und viele Möglichkeiten geben, gegenseitig ins Gespräch zu kommen.
Informationen zur Anmeldung und zum Programm finden Sie hier: weiter... (PDF-Datei). Für weitere Fragen und Anregungen steht Ihnen Susanne Homma zur Verfügung.



Praxisseminar "Altvogelfang von Greifvögeln"

Am 1. und 2.12.07 findet in Mühlhausen/ Thüringen ein Seminar zum o.g. Thema statt. Neben einer theoretischen Betrachtung der einzelnen Methoden und rechtlichen Grundlagen ist ein praktischer Teil mit Fang in Kleingruppen geplant. Die Unterbringung ist im Schullandheim "Waldschlößchen", Am Stadtwald 209, 99974 Mühlhausen reserviert. Dort stehen 2- bis 6-Bett-Zimmer zu Verfügung. Die Kosten sind sehr günstig: Übernachtung pro Person/ Nacht: 7,00¬ (unter 27J. 6,00¬ ) Frühstück: 2,50¬ (unter 27J. 2,00¬ ) Abendessen: 3,50¬ (unter 27J. 3,00¬ ). Bettwäsche/ Schlafsack kann mitgebracht oder gegen Gebühr (4,00¬ ) vom Haus gemietet werden. Die Veranstaltung ist für ProRing-Mitglieder kostenfrei, Nichtmitglieder zahlen einen Unkostenbeitrag von 20 Euro. Wir empfehlen die Anreise bereits am Freitag, dem 30.11., da wir dann schon ggf. am Abend die Theorie zugunsten des Praxisteils vorziehen können.
Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen beschränkt! Daher raten wir zu einer frühzeitigen Anmeldung bei Juliane Balmer und Achim Blank, E-Mail: jule-achim"at"t-online.de ! Falls die Veranstaltung auf eine größere Resonanz stößt, werden wir sie im kommenden Jahr wiederholen.



Rückblick ProRing-Schwalbenseminar

Am 09.09.2006 trafen sich 13 Interessierte zu einem Austausch über aktuelle Ergebnisse bei der Beringung von Schwalben. Schwerpunkt stellte natürlich das Euring-Rauchschwalbenprojekt dar, aber auch Beiträge zum Beringungsprogramm Uferschwalbe in Sachsen-Anhalt, der Schwalbenberingung in Afrika und zum Parasitenbefall von Schwalben wurden geboten. Somit freuten sich die Teilnehmer über ein abwechslungsreiches Programm, welches am Abend noch durch eine Fangaktion am Schlafplatz Neolithteich abgerundet wurde. Hierbei konnten Details zum praktischen Fang und zur Altersbestimmung besprochen werden. ProRing bedankt sich auf diesem Weg noch einmal ganz herzlich bei Stefan Fischer von der Vogelschutzwarte in Steckby als Gastgeber und allen Referenten für ihre interessanten und sehr gut präsentierten Vorträge.

Fachsimpeln beim gemeinsamen abendlichen Schwalbenfang Foto Dr. J. Müller



Das Seminar „Auswertung von Beringungs- und Wiederfunddaten“ am 17./18.9.2005 in Osterode am Harz – ein kurzer Bericht

Um es gleich vorweg zu sagen: Die Bezeichnung Seminar für die in Osterode abgehaltene Veranstaltung spricht zwar für die Bescheidenheit der Organisatoren, sie beschreibt aber bei weitem nicht ausreichend, was dort tatsächlich stattfand: Es handelte sich um eine ausgewachsene ornithologische Fachtagung, die den 73 Teilnehmern (aus fast allen deutschen Bundesländern, Österreich und der Schweiz) in einem über eineinhalb Tage verteilten Vortragsprogramm durchweg Hochinteressantes zum Thema Beringungsmethode bot, und zwar in einem umfassenderen Sinne als es das Motto der Veranstaltung implizierte. Dass nämlich der Erkenntnisgewinn aus Beringungs- und Wiederfunddaten sehr wesentlich davon abhängt, wie und nach welchen Kriterien die Daten ursprünglich erhoben und wie sie verwaltet werden, war schon im Einführungsvortrag von S. Kästner zu hören. Diese These zog sich dann auch durch die Vorträge zu mathematisch-statistischen Methoden (K.-D. Feige, Rostock), zu Grundsätzen effektiver Datenverwaltung (O. Geiter, Kavelstorf), zur Erhebung biometrischer Daten (H. Dorsch, Rohrbach) und zur Repräsentativität von Daten (J. von Rönn, Kiel). Nach einer sehr dringenden Warnung vor unkritischem Umgang mit den Daten (U. Köppen, Greifswald) wurde sehr überzeugend dargestellt, welche frappierenden Forschungsergebnisse die Beringungsmethode bei sorgfältiger und langfristiger Anwendung an Höhlenbrütern erbringen kann (W. Winkel, Cremlingen), wie Beringungsergebnisse brutbiologische Forschungsansätze unterstützen können (S. Fischer, Steckby) und was zu beachten ist, wenn Wiederfundverteilungen in Raum und Zeit richtig interpretiert werden sollen (K. George, Badeborn). Nach einem sehr anregenden ersten Seminartag konnte selbst das eindrucksvolle „große kalt-warme Buffet“ am Abend die Diskussionslust der Teilnehmer kaum mindern. Ungeteilte Aufmerksamkeit fand dann aber doch auch der Abendvortrag von Dr. Volker Salewski, der mit gleichermaßen faszinierenden Bildern wie Erkenntnissen über die Phänologie von Transsaharaziehern in Mauretanien aufwartete. Bevor am Sonntag die Arbeit in acht zwanglosen Gesprächsgruppen mit verschiedenen Schwerpunkten (u.a. „Statistik, Mathematik, Datenbanken“, „Überlebensraten“, „Brutbiologie“, „Raum-Zeit-Analyse“, „Biometrie“) fortgesetzt wurde, waren Vorträge zur Schätzung von Überlebensraten (M. Schaub, Sempach, CH) und zur Visualisierung von Daten mittels GIS (B. Wuntke, Schenkenberg) zu hören. Zu Methoden also, deren Anwendung der ausrichtende Verein ProRing e.V. u.a. auch popularisieren möchte. Über die Aktivitäten der Beringergruppe im österreichischen Ringelsdorf berichtete dann T. Zuna-Kratky. Der Kreis der fachlich bestens ausgewiesenen Referenten wurde schließlich von Professor M. Stubbe (Halle/S.) geschlossen, der sehr eindrücklich und praxisnah über die Darstellung und die Anforderungen an eine wissenschaftlich seriöse Publikation von Beringungsergebnissen sprach. Wer schon einmal mit der Ausrichtung einer derartigen Veranstaltung befasst war, wird ermessen können, welche umfängliche Arbeit geleistet werden musste, damit zum Termin jeder Teilnehmer sein Quartier beziehen konnte, seinen Platz im Vortragssaal nebst einer wohlausgestatteten Tagungsmappe vorfand, die Präsentationstechnik funktionierte, die Getränkeversorgung klappte und, und, und... Ohne das monatelange intensive Engagement von Dr. Susanne Homma, der Vorsitzenden von ProRing e.V., hätte all das nicht so hervorragend funktioniert, wie es dann der Fall war. Zur Zufriedenheit aller Teilnehmer! ProRing e.V. hat mit dem „Seminar“ im September 2005 sehr erfolgreich mit der Umsetzung eines zentralen Anliegens seiner Vereinsarbeit begonnen und wird das, ungeachtet der damit einhergehenden großen Belastungen der ehrenamtlichen Organisatoren, mit der Abhaltung solcher Veranstaltungen im zweijährigen Rhythmus fortsetzen. Die Osteroder Vorträge sollen möglichst bald in geeigneter Form publiziert werden.

Teilnehmer des Seminars „Auswertung von Beringungs und Wiederfunddaten“ in Osterode im September 2005

letzte Änderung: 6/4/2009